Leben und wohnen in Venezuela
Berührungsängste sollten Sie nicht haben, wenn Sie sich z. B. in Caracas niederlassen möchten. Die Stadt ist geprägt von gewaltigen Menschenmassen, permanentem Verkehrschaos und riesigen grauen Betonklötzen, deren Fenster oftmals bis in den 10. Stock vergittert sind. Die Armut ist überall präsent und wenn Sie hier leben möchten, müssen Sie sich daran gewöhnen, dass Sie nachts über Obdachlose stolpern, von kleinen Kindern an jeder Straßenkreuzung um Geld angebettelt werden und dass Sie nur unter Lebensgefahr von einer Straßenseite zur anderen gelangen. Wundern Sie sich nicht darüber, dass Ampeln ignoriert werden (selbst von Polizeiwagen).
Caracas zählt neben Rio de Janeiro zur gefährlichsten Stadt der Welt. An einem durchschnittlichen Wochenende werden in Caracas mehr Menschen ermordet als in Berlin in einem ganzen Jahr. Nun ja, das klingt schon erschreckend. Dennoch möchte ich an diesem Punkt einmal mehr darauf hinweisen, dass es sehr auf Ihr eigenes Verhalten und Auftreten ankommt. Fühlt sich die (sehr) arme Bevölkerung von Ihnen als Ausländer provoziert, müssen Sie natürlich mit Übergriffen rechnen. Passen Sie sich aber den Landesverhältnissen an, und versuchen Sie, so wenig wie möglich aufzufallen, sinkt auch in Venezuela das Risiko, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, deutlich. Vorsicht ist dennoch geboten! [...]
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Sigrid Steiner
Venezuela: Leben und arbeiten in Venezuela
64 Seiten, Arbeitsmappe A4
