Kurzgeschichte Merkmale
Unter den modernen literarischen Texten erfreut sich die Kurzgeschichte immer größerer Beliebtheit. Sie unterscheidet sich von Romanen und Erzählungen nicht nur durch ihre Länge. Es gibt keine Einleitung, die die Vorgeschichte erklärt, sondern die Kurzgeschichte beginnt abrupt mitten in der Handlung. Die Charaktere, der Zeitpunkt und der Ort der Handlung werden im Lauf des Textes beschrieben. So erzeugt der Autor Spannung und fesselt den Leser an den Text. Häufig wird die Kurzgeschichte auch aus der Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch erfährt der Leser anfangs sehr wenig über das Geschehen, welches sich erst im Lauf der Geschichte erschließt. Auch der Schluss bleibt offen oder halb offen, der Leser kann sich durch Andeutungen und Anspielungen selbst Gedanken machen, wie es mit der Geschichte wohl weiter geht. Oftmal fällt der Schluss auch mit dem Höhepunkt der Handlung zusammen. Aufgrund ihrer literarischen Kürze weist die Kurzgeschichte nur einen Erzählstrang auf. Der Hauptcharakter ist kein Held, sondern eine normale Person, welche sich in einer Konfliktsituation oder an einem Wendepunkt befindet. Doch auch dieser Konflikt spielt sich in einem alltäglichen Umfeld ab. Dies spiegelt sich im Erzählstil wider. Dieser ist einfach gehalten und verwendet Ausdrücke aus der Alltagssprache. Es treten nur wenige Handlungsorte auf und die erzählte Zeit erstreckt sich oftmals nur über ein paar Stunden. Als Zeitform wird meist das Präteritum verwendet.
Selbstverständlich sind nicht immer alle genannten Merkmale in einer Kurzgeschichte zu finden. Es gibt einige Mischformen, die in ihren Grundzügen der Kurzgeschichte ähneln. Jedoch kann man in den meisten Fällen anhand der oben genannten Kennzeichen eine Kurzgeschichte leicht erkennen.